
19. Juli 2026: Führung zu Königin Caroline im Bayerischen Nationalmuseum
8. Juli 2026Eine Prinzessin aus dem Hause Baden
Am 13. Juli des Jahres 1776 kommen im Karlsruher Schloss kurz nacheinander zwei Zwillingsmädchen zur Welt, die auf die Namen Amalie und Caroline getauft werden. Eltern der beiden Prinzessinnen sind Erbprinz Karl Ludwig von Baden und dessen Ehefrau Amalie, eine geborene Prinzessin aus dem Hause Hessen-Darmstadt. Die beiden Mädchen sind die ersten Kinder des Paares. Baden wird zum damaligen Zeitpunkt vom Großvater der Zwillingsmädchen regiert, dem 47-jährigen Markgrafen Karl Friedrich von Baden, in dessen Regierungszeit die Vereinigung der beiden Landesteile Baden-Durlach und Baden-Baden fällt. Im Alter von 20 Jahren heiratet Caroline den doppelt so alten Herzog Max Joseph von Zweibrücken aus der pfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach.
Geburtstag im Feenpalast
Im Jahre 1799 erbt Carolines Ehemann Max Joseph das Kurfürstentum Pfalz-Bayern, das Paar zieht in die bayerische Residenzstadt und München wird zum Lebensmittelpunkt. Carolines Lieblinsgaufenthaltsort zu dieser Zeit ist Schloss Nymphenburg, wo man auch gerne ihren Geburtstag feiert. Besonders festlich wird der 29. Geburtstag der Kurfürstin im Juli 1805 begangen, in einer der wenigen friedlichen Phasen in Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Am Vorabend wird im Hoftheater die Oper „Ginevra in Scotia“ von Johann Simon Mayr aufgeführt und Caroline wird mit einem Auftritt des gefeierten italienischen Tenors Antonio Brizzi von ihrem Mann überrascht. Am Geburtstag selbst findet in Nymphenburg ein Hofkonzert statt, Stargast ist die Sängerin Maria Anna Sessi, die das Publikum mit einer Arie bezaubert und zusammen mit Brizzi ein Duett singt. Anschließend findet im Park des Schlosses, den man mithilfe von versteckten Lampen zauberhaft beleuchtet hat, die Einweihung des neuen, an der Badenburg gelegenen Sees statt. Auf einem Boot fährt die kurfürstliche Familie über den See, um den herum man verschiedene Chöre versteckt hat, die das Szenario musikalisch begleiten. „Die Nacht hindurch war der Garten einem wahren Feenpalast gleich“, schwärmt am nächsten Tag die „Allgemeine Musikalische Zeitung“.
Der 250. Geburtstag
Am 13. Juli 2026 finden in München verschiedene Veranstaltungen an Carolines rundem Geburtstag statt:
Im Gymnasium Max-Josef-Stift (Mühlbaurstr. 15) wird um 14 Uhr die Ausstellung „Max I. Joseph und die Frauen“ eröffnet. Diese Ausstellung war vergangenes Jahr im Bayerischen Hauptstaatsarchiv zu sehen und gastiert nun in einem kleineren Rahmen im Max-Josef-Stift. Unter anderem ist die von mir bearbeitete Sequenz über Königin Caroline von Bayern mit dabei. Das 1813 gegründete Max-Josef-Stift war die erste Schule in Bayern, die Mädchen eine höhere Schulbildung ermöglichte und an deren Entstehung Caroline regen Anteil nahm. Um 16 Uhr führe ich im Auftrag der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung durch Schloss und Park Nymphenburg. Die Führung ist bereits ausgebucht. Am Abend um 19 Uhr veranstaltet der Evanglisch-lutherische Dekanatsbezirk München einen Vortrag über „Münchens erste Protestantin“ in der Kirche St. Markus (Gabelsbergerstr. 6). Den Vortrag hält die Frauenbeauftragte des Dekanats, Dr. Susanne Pfisterer-Haas, das Grußwort spricht Stadtdekan Dr. Bernhard Liess. Es wird an dem Abend auch die Möglichkeit geben, die Biografie „Caroline. Bayerns erste Königin“ zu erwerben, für Signierwünsche stehe ich vor Ort zur Verfügung. Ein Empfang wird den Abend abrunden.

Caroline im Alter von 20 Jahren, gemalt vom badischen Hofmaler Philipp Jakob Becker


