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	<title>Blog Archive | Christian Sepp</title>
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	<description>Autor &#38; Historiker</description>
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		<title>Zur Geschichte des Weihnachtsbaums</title>
		<link>https://christian-sepp.de/zur-geschichte-des-weihnachtsbaums/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2024 19:07:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Atterbom bereiste ab 1817 für zwei Jahre Deutschland, Österreich und Italien und sein Weg führte ihn auch nach München. Er liefert uns – mehr oder weniger zufällig &#8211; die frühe<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<h4 class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;"><strong>Der Weihnachts- oder Christbaum ist heutzutage weltweit das Symbol des Weihnachtsfestes. Prächtige Weihnachtsbäume zieren das Weiße Haus in Washington, den Petersplatz in Rom oder den Marienplatz in München. Doch seit wann gehören mit Lichtern und Schmuck verzierte Nadelbäume eigentlich zum weihnachtlichen Brauchtum?</strong> </span></h4>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Dazu müssen wir ein paar Jahrhunderte zurückgehen: Die ältesten Belege finden sich im 15. Jahrhundert, doch ist unter Historikern umstritten, ob die in den Quellen erwähnten Bräuche auch tatsächlich mit Weihnachten in Zusammenhang gestanden haben. Gleich mehrere Länder beanspruchen den ältesten Weihnachtsbaum für sich, unter anderem Lettland, wo man auf dem Rathausplatz in Riga eine Gedenktafel zu Ehren des ersten Weihnachtsbaumes findet. Für das Jahr 1510 ist hier belegt, dass deutschsprachige Kaufleute einen Baum durch Riga trugen, ihn schmückten und niederbrannten. </span></p>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Doch die eigentliche Wiege des Weihnachtsbaumes, so wie wir ihn heute kennen, stand wohl im Elsass, das Anfang des 16. Jahrhunderts zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Einer Überlieferung zufolge wurde im Jahre 1535 in Straßburg an Weihnachten mit Bäumen gehandelt, verkauft wurden kleine Eiben, Stechpalmen und Buchsbäume. Vier Jahre später belegen historische Aufzeichnungen einen im Straßburger Münster aufgestellten Weihnachtsbaum. In Südwestdeutschland wurde der Brauch offensichtlich so schnell populär, dass sich die Stadt Freiburg im Breisgau 1554 genötigt sah, das Fällen von Nadelbäumen an Weihnachten zu verbieten.</span></p>
<h4 style="text-align: center;" align="left"><strong>Ein protestantischer Brauch</strong></h4>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Dabei war der Christbaum anfangs ein rein protestantischer Brauch. Oftmals wird sogar der Reformator Martin Luther mit dem ersten Weihnachtsbaum in Verbindung gebracht. Die katholische Kirche stand diesem, in ihren Augen heidnischen Brauch ablehnend gegenüber. Denn tatsächlich reichen die Ursprünge des späteren Weihnachtsbaums in vorchristliche Zeit zurück: Auch in antiken Kulturen tauchen immergrüne Pflanzen im dunklen Winter als Sinnbild von Lebenskraft und Fruchtbarkeit auf. So begrünten beispielsweise die Römer ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen.</span></p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-6"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<h4 align="left"><strong>Toleranz und Parität</strong></h4>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Bayern scheidet als Geburtsort des Weihnachtsbaums definitiv aus, denn lange Zeit war es ein rein katholisches Land. Das änderte sich erst im Jahre 1799 mit dem Regierungsantritt von Kurfürst Max IV. Joseph, denn an seiner Seite befand sich die erste protestantische Landesmutter, die Bayern bekam: Caroline, eine Prinzessin aus dem Hause Baden. Unter diesem ersten gemischtkonfessionellen Paar änderte sich das Klima grundlegend und es begann eine Zeit von Toleranz und Parität von Katholiken und Protestanten. Und so gelangte auch der Weihnachtsbaum nach München.</span></p>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Die neue Toleranz erlaubte es Protestanten, sich in Bayern niederzulassen – ein von der Regierung gewünschte Veränderung. Unter den Neuankömmlingen befand sich auch der Philosoph Friedrich Wilhelm von Schelling, der im Frühling 1806 nach München kam. Schelling war eine Berühmtheit und zog weitere Gelehrte an, wie beispielsweise den aus Schweden stammenden Dichter Per Daniel Amadeus Atterbom </span></p>

		</div>
	</div>
</div></div></div><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-6"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"></p>
<div id="attachment_1593" style="width: 778px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1593" class="size-large wp-image-1593" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-768x1024.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-225x300.jpg 225w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-1152x1536.jpg 1152w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-1536x2048.jpg 1536w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-109x146.jpg 109w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-37x50.jpg 37w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-56x75.jpg 56w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/12/Weihnachtsbaum-Nymphenburg-min-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width:767px) 480px, (max-width:768px) 100vw, 768px" /><p id="caption-attachment-1593" class="wp-caption-text">Weihnachtsbaum Schloss Nymphenburg (2017)</p></div>
<p></div></div></div></div></div></div></div></div>
<p><span style="font-family: Arial, serif;">Atterbom bereiste ab 1817 für zwei Jahre Deutschland, Österreich und Italien und sein Weg führte ihn auch nach München. Er liefert uns – mehr oder weniger zufällig &#8211; die frühe Beschreibung eines Weihnachtsbaumes in München, der im Hause Schellings stand. Wegen einer Erkrankung von Pauline Schelling, der Ehefrau des Philosophen, hatte man die Weihnachtsbescherung des Jahres 1817 verschieben müssen und holte diese am Neujahrsabend nach, wozu man auch ausgewählte Freunde einlud. Pauline Schelling war wieder genesen und kümmerte sich um die Gestaltung des Abends. Atterbom erinnert sich:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: Arial, serif;"> „</span><span style="font-family: Arial, serif;"><i>Ich werde nie vergessen, wie poetisch sie aussah, als sich die Tür ihres Zimmers endlich öffnete, nachdem Kinder und Gäste ein Weilchen im äußeren Raume gewartet hatten, um ihr Zeit zu lassen, alles in gehörige symmetrische Ordnung zu legen; zufällig stand sie mitten im Zimmer, den Rücken gegen den hell strahlenden Christbaum gekehrt, der seine mit Kerzen besteckten Zweige gleich einer Madonnenglorie über ihr Haupt emporstreckte. Als sie so, umgeben von einem Glanze, gegen uns freundliche Verneigung machte, jauchzten die Kinder vor Freude, und der älteste Knabe, der langes, goldgelbes Haar trägt, rief laut: „Schöne Mutter! Blanke Lichter!“ &#8211; eine Bemerkung, die wir alle unwillkürlich machten.</i></span><span style="font-family: Arial, serif;">“</span></p></blockquote>
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		<title>225 Jahre erster protestantischer Gottesdienst auf bayerischem Boden</title>
		<link>https://christian-sepp.de/225-jahre-erster-protestantischer-gottesdienst-auf-bayerischem-boden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 09:34:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[1799]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. Juni 2024 jährte sich der erste protestantische Gottesdienst auf bayerischem Boden zum 225. Mal. Gefeiert wurde dieser Gottesdienst im Jahre 1799 von Bayerns erster protestantischer Landesmutter auf Schloss<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><p><strong><em>Am 2. Juni 2024 jährte sich der erste protestantische Gottesdienst auf bayerischem Boden zum 225. Mal. Gefeiert wurde dieser Gottesdienst im Jahre 1799 von Bayerns erster protestantischer Landesmutter auf Schloss Nymphenburg. </em> </strong></p>
<div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<h3>Nur geduldet</h3>
<p class="western" align="left">Als Protestant oder Protestantin hatte man in Bayern lange Zeit nichts zu Lachen. Weder war es erlaubt, seine Religion öffentlich auszuüben noch konnte man ein Haus kaufen, Grund erwerben oder Mitglied einer Zunft werden. Auch das Bürgerrecht blieb einem verwehrt. Pech hatte, wer als „Acatholici“ auf der Durchreise durch Bayern starb – dann fiel die Beerdigung sehr karg aus, denn die katholische Geistlichkeit fühlte sich nicht zuständig und protestantische Geistliche gab es schlichtweg nicht. Das alles änderte sich 1799, denn in diesem Jahr trat erstmals in der Geschichte Bayerns ein gemischtkonfessionelles Paar an die Spitze des Staates: Kurfürst Max IV. Joseph war Katholik, Kurfürstin Caroline war Protestantin.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-6"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<h3>&#8222;vollkomenste Gewissens Freyheit&#8220;</h3>
<p>Caroline stammte aus Baden und war im protestanischen Glauben erzogen worden. Bei der Hochzeit mit dem katholischen Max Joseph, damals noch Herzog von Zweibrücken, hatte sie sich im Ehevertrag zusichern lassen, dass sie „allezeit die vollkommenste Gewissen-Freyheit“ genießen würde und „zu keiner Zeit, an keinem Ort und unter keinerley Umständen“ an der Ausübung ihres Glaubens gehindert werden dürfe. Außerdem wurde ihr ein protestantischer &#8222;Cabinets Prediger&#8220; zugesichert, sowie &#8222;ein besonderes Zimmer in der fürstlichen Wohnung&#8220;, wo sie ihren &#8222;Privat-Gottesdienst&#8220; abhalten könne.</p>
<p>Das alles führte schließlich dazu, dass am 2. Juni 1799, dem zweiten Sonntag nach Trinitatis, auf bayerischem Boden der erste protestantische Gottesdienst praktiziert wurde – im &#8222;Grünen Saal&#8220; auf Schloss Nymphenburg, damals noch vor den Toren Münchens gelegen. Die Predigt an diesem Tag hielt Carolines Kabinettsprediger Ludwig Friedrich Schmidt, der mit diesem Gottesdienst das evangelische Leben in München einläutete.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-6"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-1478" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-750x1024.jpg" alt="" width="750" height="1024" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-750x1024.jpg 750w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-220x300.jpg 220w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-768x1048.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-1126x1536.jpg 1126w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-1501x2048.jpg 1501w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-107x146.jpg 107w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-37x50.jpg 37w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-55x75.jpg 55w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2024/05/Koenigin-Caroline-beschnitten-min-scaled.jpg 1876w" sizes="(max-width:767px) 480px, 750px" /></p>
<p>Königin Caroline von Bayern | Kupferstich von Heinrich Sintzenich, 1806 | Sammlung Christian Sepp</p>
<p></div></div></div></div></div></div></div></div>
<p>Seine erste Prediger in Bayern beendete Schmidt mit folgenden Worten: &#8222;<em>Sie </em>[die Religion Jesu] <em>begleite uns auf Blumenpfaden, und wache über unser Herz und unsere Unschuld bey dem verführerischen Lächeln des Glückes; und sie sey in dunkeln Stunden ernster Prüfung der freundliche Engel, der uns zur Seite stehe, und uns die Schale des Trostes reiche; und einst, wenn der Sand im Stundenglase zerrinnt, reiche sie uns die Hand, und führe uns durch die Nacht des Grabes zum Licht der Verklärung. Amen.</em>“</p>
</div><p>Der Beitrag <a href="https://christian-sepp.de/225-jahre-erster-protestantischer-gottesdienst-auf-bayerischem-boden/">225 Jahre erster protestantischer Gottesdienst auf bayerischem Boden</a> erschien zuerst auf <a href="https://christian-sepp.de">Christian Sepp</a>.</p>
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		<title>Ältester Quellenbeleg aus Sisis Kindheit gefunden</title>
		<link>https://christian-sepp.de/aeltester-quellenbeleg-aus-sisis-kindheit-gefunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 16:17:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline von Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Herzogin Ludovika in Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Kaiserin ELisabeth von Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Maxburg]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Quellenfund]]></category>
		<category><![CDATA[Sisi]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten 1838]]></category>
		<category><![CDATA[Wittelsbacher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Recherchen zu einer Biographie über Königin Caroline von Bayern (1776-1841) bin ich auf den ältesten Quellenbeleg gestoßen, in dem die spätere Kaiserin Elisabeth von Österreich erwähnt wird. Über ihre<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Bei Recherchen zu einer Biographie über Königin Caroline von Bayern (1776-1841) bin ich auf den ältesten Quellenbeleg gestoßen, in dem die spätere Kaiserin Elisabeth von Österreich erwähnt wird. Über ihre Tochter Ludovika, Herzogin in Bayern, war Caroline die Großmutter von Elisabeth, die unter ihrem Kosenamen „Sisi“ zu einer der berühmtesten Frauenfiguren der Geschichte wurde. </span></h4>
<p><span style="font-family: Arial, serif;">Der Brief, in dem die kleine Sisi erstmals erwähnt wird, befindet sich in einem Konvolut, das im Staatsarchiv Sigmaringen, genauer gesagt im Hausarchiv des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen, verwahrt wird. Der fragliche Brief stammt vom 28. Dezember 1838 und richtet sich an Carolines Nichte Louise von Baden, der ältesten Tochter ihres verstorbenen Bruders, des Großherzogs Karl von Baden. </span></p>
<div class="column one-second mobile-one"><div class="mcb-column-inner"></p>
<p><span style="font-family: Arial, serif;">In einem Postskriptum ihres auf französisch verfassten Briefes erwähnt die verwitwete bayerische Königin ihre Tochter und ihre Enkelin. In Übersetzung lautet dieser Absatz wie folgt: </span><span style="font-family: Arial, serif;">»Louise lässt Sie tausendmal grüßen, ihre dicke kleine Elise ist ein Jahr alt geworden und ist am Weihnachtsabend gelaufen, inmitten all der Menschen, die mein Appartement bevölkerten, mit einer Sicherheit, die allgemeines Staunen hervorrief.« Louise ist der in der Familie geläufige Namen für Herzogin Ludovika und »Elise« der Kosenamen der kleinen Elisabeth, der später erst durch »Sisi« ersetzt wurde.</span></p>
<p></div></div>

<div class="column one-second mobile-one"><div class="mcb-column-inner"></p>
<div id="attachment_1150" style="width: 415px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1150" class="wp-image-1150" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-300x200.jpg" alt="" width="405" height="270" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-300x200.jpg 300w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-1024x682.jpg 1024w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-768x512.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-1536x1024.jpg 1536w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-219x146.jpg 219w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-50x33.jpg 50w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008-113x75.jpg 113w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/FAS-HS-1-80-T-20_17_0008.jpg 1685w" sizes="(max-width:767px) 405px, 405px" /><p id="caption-attachment-1150" class="wp-caption-text">Staatsarchiv Sigmaringen FAS HS 1-80 T20 Nr. 17</p></div>
<p align="left"></div></div>

<p class="western" style="text-align: left;" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Die Quellenlage zu Sisis früher Kindheit ist äußerst dürftig. Dokumentiert ist ihre Geburt am 24. Dezember 1837 durch den Bericht dreier Minister, die den Zuwachs im Hause Wittelsbach zu protokollieren hatten. Darüber hinaus existiert ein Eintrag im Taufbuch der Pfarrei »Zu unserer lieben Frau«. Danach sind keine weiteren Quellen bekannt, bis die kleine Herzogin im Oktober 1841 &#8211; kurz vor ihrem vierten Geburtstag &#8211; in einem Brief ihrer Taufpatin, der Königin Elisabeth von Preußen, auftaucht, die von ihrem Besuch auf Schloss Possenhofen berichtet und ihr Patenkind Elise als »dickes, appetitliches Ding, recht hübsch“ bezeichnet.</span></p>
<div id="attachment_1151" style="width: 298px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1151" class="wp-image-1151 size-medium" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-288x300.jpg" alt="" width="288" height="300" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-288x300.jpg 288w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-984x1024.jpg 984w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-768x799.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-1477x1536.jpg 1477w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-1969x2048.jpg 1969w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-140x146.jpg 140w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-48x50.jpg 48w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/12/Nachtmann-Franz-Xaver_Koengin-Caroline-von-Bayern-1842-72x75.jpg 72w" sizes="auto, (max-width:767px) 288px, 288px" /><p id="caption-attachment-1151" class="wp-caption-text"><em>Die verwitwete Königin Caroline von Bayern, Sisis Großmutter. Posthumes Gemälde von Franz Xaver Nachtmann, 1841</em>. Nachweis: bpk / Museum Georg Schäfer Schweinfurt</p></div>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Durch den Quellenfund erfahren wir, dass Sisi ihren ersten Weihnachtsband &#8211; der gleichzeitig ihr erster Geburtstag war &#8211; bei ihrer Großmutter Caroline verbracht hat, die als Königinwitwe in der kalten Jahreszeit in der Maxburg in München residierte. Die Familie feierte dort anstatt im prunkvollen Herzog-Palais in der Ludwigstraße, wo Ludovika und ihre Kinder eigentlich zu Hause waren. Dies passt zu der Familiensituation in der herzoglichen Familie, denn die Ehe von Sisis Eltern war nicht glücklich. Ihr Vater, Herzog Max in Bayern, hatte keine enge Bindung zu Frau und Kindern, glänzte meist durch Abwesenheit und auch das Verhältnis zu seiner Schwiegermutter war angespannt. »Ich bin eine Null für ihn«, fasste Caroline die Beziehung zu ihrem Schwiegersohn zusammen.</span></p>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Arial, serif;">Bemerkenswert ist auch, dass Sisi bereits an ihrem ersten Geburtstag in der Lage war, sicher auf zwei Beinen zu laufen. Als erwachsene Frau wird sie später einen Großteil ihrer Zeit mit sportlicher Betätigung ausfüllen. Die Kaiserin von Österreich entwickelte sich zu einer der besten Reiterinnen Europas. Als sie aus gesundheitlichen Gründen das Reiten aufgeben musste, wurde sie zu einer passionierten Fußgängerin, deren Bergtouren und Gewaltmärsche bei den begleitenden Hofdamen gefürchtet waren. </span></p>
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		<title>Nicht ohne meinen Hund!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 22:16:22 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des Ablebens von Königin Elizabeth II. war in den letzten Tagen viel zu lesen über die Liebe der Monarchin zu ihren Hunden. Seit langer Zeit schlug das Herz der Queen vor allem für eine Rasse, die Corgis. Durch ihre Rolle an der Seite der Monarchin wurden die ursprünglich aus Wales stammenden Hunde sehr populär. Ihren ersten Corgi erhielt Elizabeth zu ihrem 18. Geburtstag, eine Hündin namens Susan, die sie später sogar auf ihre Hochzeitsreise begleiten sollte.</p>
<p>Dabei ist die Queen bei weitem nicht die einzige Adelige, die eine liebevolle Bindung zu ihren Hunde pflegte. Auch Elizabeths Vorfahrin Queen Victoria hegte eine große Vorliebe für ihre Vierbeiner, ebenso wie deren Zeitgenossin Herzogin Ludovika in Bayern.</p>
<p>Am bayerischen Königshof wuchs Ludovika Anfang des 19. Jahrhunderts in einer tierlieben Umgebung auf. Davon zeugen nicht nur die Namen vieler Haustiere, die in ihren Kinderbriefen vorkommen, sondern auch zahlreiche Darstellungen, auf denen ihr Herr Papa, der bayerische König Max I. Joseph, in Begleitung seiner Hunde zu sehen ist. Aus der erhaltenen Familienkorrespondenz wissen wir, dass die Kinder des Königspaares sich in Abwesenheit der Eltern auch um die Hunde kümmerten.</p>
<p>Auch als Ludovika ihre eigene Familie gründete, finden wir immer wieder Hunde in ihrer Umgebung. Die Herzogin verbrachte viel Zeit auf dem Land, auf Schloss Possenhofen am Starnberger See, die passende Umgebung für tierische Begleiter. So berichtet eine Hofdame ihrer Tochter Elisabeth, Kaiserin von Österreich, kritisch-herablassend von einem Besuch in Possenhofen, dass die Herzogin nur »<em>ihren Hunden lebt, selbst bei Tisch, und auf den Eßtellern Flöhe knackt! Die Teller werden aber gleich wieder gewechselt</em>.&#8220; Das Tadelnde schwingt in diesen Worten mit – die Mutter der Kaiserin, die bei Tische Hundeflöhe auf den Tellern zerdrückt! Bei Ludovikas trockenem, altbayerischen Humor könnte es durchaus gut möglich sein, dass die Herzogin den Besuch aus Wien gezielt mit diesem Verhalten geschockt hat.</p>
<p>Nicht alle Zeitgenossen waren so spröde wie die Hofdame aus Wien. Ludovikas Schwiegertochter Sophie konnte der Familie mit Hundeanhang viel abgewinnen. Sie berichtet fröhlich an ihren Vater nach Sachsen, dass die Tage in Possenhofen von viel Musik erfüllt seien: Ihr Mann spiele »<em>endlos Scalen</em>« auf dem Klavier, die Damen des Hauses schrien dazu »<em>wie die Hühner</em>« &#8211; bis schließlich »<em>der berühmte Pruß (ein Hund, Gefährte des Argus)</em>« anfange zu bellen. Das alles ergäbe eine »<em>herrliche Katzenmusik</em>«.</p>
<div id="attachment_1118" style="width: 291px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1118" class=" wp-image-1118" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-179x300.jpg" alt="" width="281" height="471" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-179x300.jpg 179w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-610x1024.jpg 610w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-768x1289.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-915x1536.jpg 915w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-1220x2048.jpg 1220w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-87x146.jpg 87w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-30x50.jpg 30w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-45x75.jpg 45w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1366_Pruss-und-Argus-min-scaled.jpg 1525w" sizes="auto, (max-width:767px) 281px, 281px" /><p id="caption-attachment-1118" class="wp-caption-text"><em>Die herzoglichen Hunde Pruß und Argus</em> (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)</p></div>
<p class="western" align="left">Tiere in der Geschichte sichtbar zu machen ist für einen Historiker keine leichte Aufgabe, denn es liegt in der Natur der Dinge, dass sie keine eigenen Zeugnisse hinterlassen, die man auswerten könnte. Wir sind darauf angewiesen, dass ihre Besitzer über die tierischen Begleiter berichten oder sie auf Bildern und Fotografien verewigen.</p>
<p class="western" align="left">Im 19. Jahrhundert war es durchaus üblich, geliebte Haustiere malen oder auch fotografieren zu lassen. So findet man in Archiven zwischen Alben mit Aufnahmen von Familienangehörigen und Mitgliedern des Haushalts auch immer wieder ganze Alben voller Tierbilder, in erster Linie von Hunden.</p>
<p class="western" align="left">Im Laufe der Zeit scheint sich Herzogin Ludovika vor allem für eine Hunderasse interessiert zu haben. Sie besaß mehrere Hunde der Rasse Volpino Italiano, einer in Italien gezüchtete Spitz-Rasse. Ludovikas Enkelin Marie Louise von Wallersee erwähnt, dass ihre Großmutter stets von zwei schneeweißen Spitz-Hunden begleitet wurde, von Romulus und Roma. Während Roma in keiner weiteren Quellen auftaucht, begegnet uns Romulus an anderer Stelle, denn er begleitete seine Herrin im Frühjahr 1878 auf eine ausgedehnte Reise nach Italien, die sie zusammen mit ihrem Sohn Carl Theodor, dessen Frau und ihrer Enkelin Amelie unternahm und die die Reisegesellschaft bis nach Rom führen sollte. Amelie führte unterwegs ein Reisetagebuch, in dem sie auch ein besonderes Ereignis verzeichnete, das sich in Genua zutrug: Als man am 1. April 1878 auf dem Bahnhof von Genua ankam wurde klar, dass man zur Weiterreise den Zug wechseln musste. Beim Umsteigen wollte ein eifriger Bahnbeamter Ludovika von ihrem Hund trennen und stieß dabei auf den dezidierten Widerstand der alten Dame. Um ein Haar hätte der Zwischenfall die Weiterreise verhindert, hätte Baron Wulffen, der gute Geist des Hauses, nicht einen Ausweg gefunden. Amelie notierte folgendes in ihr Reisetagebuch:</p>
<div id="attachment_1115" style="width: 303px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1115" class=" wp-image-1115" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-189x300.jpg" alt="" width="293" height="465" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-189x300.jpg 189w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-646x1024.jpg 646w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-768x1217.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-969x1536.jpg 969w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-1292x2048.jpg 1292w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-92x146.jpg 92w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-32x50.jpg 32w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-47x75.jpg 47w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-464_Romulus-min-scaled.jpg 1616w" sizes="auto, (max-width:767px) 293px, 293px" /><p id="caption-attachment-1115" class="wp-caption-text"><em>Romulus beim Münchner Hoffotografen Joseph Albert</em> (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)</p></div>
<blockquote>
<p class="western" align="left">»<em>Als Großmama durch die Thüre des Bahnhofs wollte, wollte ein Portier ihr den Romulus nehmen und in das Hundscoupe sperren (Romulus ist der Lieblingshund von Großmama, der überall auf der Reise mit war). Da Großmama ihn bei sich behalten wollte, ließ der Portier sie nicht durch. Von allen Seiten ertönte schon Partenza und es war höchste Zeit einzusteigen. Endlich kam Herr Baron und löste ein Hundebillet. Wir stiegen noch in unsern Wagons, ehe der Zug wegfuhr</em> […]«</p>
</blockquote>
<p class="western" align="left">Im 19. Jahrhundert wurden Hunde bei Zugreisen zumeist in sogenannten Hundecoupes transportiert. Diese befanden sich in den Gepäckwagons, ähnlich wie heutzutage der Transport von größeren Hunden bei Flugreisen. Für Herzogin Ludovika hätte dies bedeutet, sich auf der Reise von Romulus zu trennen – offensichtlich keine Option für die tierliebe Dame.</p>
<div id="attachment_1117" style="width: 319px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1117" class=" wp-image-1117" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-225x300.jpg" alt="" width="309" height="412" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-225x300.jpg 225w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-768x1024.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-1152x1536.jpg 1152w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-1536x2048.jpg 1536w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-110x146.jpg 110w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-38x50.jpg 38w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-56x75.jpg 56w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/GU-99_Nr-1147_Ludovika-und-Amelie-mit-Lupa-min-scaled.jpg 1921w" sizes="auto, (max-width:767px) 309px, 309px" /><p id="caption-attachment-1117" class="wp-caption-text"><em>Herzogin Ludovika, mit einem Volpino Italiano auf dem Schoß, und Herzogin Amelie in Bayern</em> (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)</p></div>
<p class="western" align="left">In ihren letzten Lebensjahren wurde Ludovika insbesondere von einer Hündin namens Lupa begleitet, auch sie ein Volpino Italiano. Wann genau Lupa ins Leben ihrer Herrin trat wissen wir nicht. Der erste Brief, der ihre Existenz belegt, stammt aus dem Frühjahr 1885. Herzogin Ludovika war verschnupft darüber, dass man im Englischen Garten eine Leinenpflicht für Hunde erlassen hatte und schrieb ihrer Enkelin Amelie: »<em>Der Englische Garten ist mir etwas verdorben da man die Hunde immer an der Leine führen muß und obgleich meine Lupa sehr geduldig neben mir hertrippelt, ist es doch nicht gesund weil es keine hinreichende Bewegung für junge lustige Hunde</em> <em>ist</em>.«</p>
<div id="attachment_1119" style="width: 329px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1119" class=" wp-image-1119" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-189x300.jpg" alt="" width="319" height="507" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-189x300.jpg 189w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-644x1024.jpg 644w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-768x1221.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-92x146.jpg 92w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-31x50.jpg 31w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa-47x75.jpg 47w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2022/09/Pf32364D1_Ludovika-und-Lupa.jpg 923w" sizes="auto, (max-width:767px) 319px, 319px" /><p id="caption-attachment-1119" class="wp-caption-text"><em>Unzertrennlich: Herzogin Ludovika in Bayern und Lupa, im Park von Possenhofen</em> (ÖNB/Wien Signatur: Pf 32.364:D(1)</p></div>
<p class="western" align="left">Auch Marie von Redwitz, die im Jahre 1888 als Hofdame in den Dienst der herzoglichen Familie trat, berichtet in ihrer »Hofchronik« über Lupa. Dabei kommt zum Ausdruck, dass sie die Sonderrolle, die Lupa im Familienleben einnahm, eher kritisch sah. Die Hündin, die »<em>recht kläffig</em>« sei, würde viel betteln und hätte ihren festen Platz auf dem Schoß der alten Herzogin. Selbst bei festlichen Anlässen könne man Lupas Schnauze unter der Serviette hervorlugen sehen. Und auch bei den täglichen Mahlzeiten sei das selbstbewusste Auftreten der Hundedame zu beobachten: Da es im Herzog-Max-Palais, dem Wohnsitz der Familie in München, kein eigentliches Speisezimmer gäbe, würde man zu jeder Mahlzeit den Tisch und die Stühle hereintragen. Völlig selbstverständlich nehme dabei Lupa noch vor der Herzogin auf dem großem Sessel der Hausherrin Platz. Neben der Spitz-Hündin gäbe es noch eine »<em>dicke, rasselose Dachshündin</em>«, so Marie von Redwitz, die sich nicht so viel erlauben dürfe wie Lupa. Ihr Aufenthalt sei auf die Vorzimmer beschränkt, weshalb man ihr den Spitznamen »<em>Lupas Hofdame</em>« gegeben habe.</p>
<p class="western" align="left">Herzogin Ludovika in Bayern erwies sich bis zum Ende als fürsorgliches <span style="font-family: Liberation Serif, serif;">»</span>Frauchen<span style="font-family: Liberation Serif, serif;">«</span> für ihre Hunde, indem sie die Vierbeiner über ihren Tod hinaus versorgt wissen wollte. In einen Nachtrag zu ihrem Testament nahm sie im Mai 1888 sowohl Lupa und als auch Silva (die bei Marie von Redwitz namenlose Dachshündin) mit auf; für beide hatte sie Plätze ausgesucht, wo sie nach ihrem Tod bleiben sollten. Dabei fällt auf, dass sich Ludovika nicht dazu entschieden hatte, die Hunde in die Obhut eines ihrer Kinder zu geben, sondern die Wahl auf zwei weibliche Angestellte des Hauses gefallen war: ihre Garderobiere Marie Petermann und Amalie Zeller, die »<em>Weißzeug-Verwalterin</em>« im herzoglichen Haushalt. Ludovikas Testament regelte folgendes im Detail:</p>
<blockquote>
<p class="western" align="left"><span style="font-family: Liberation Serif, serif;">»</span><em>Schließlich bestimme ich bezüglich meiner Hunde Lupa und Silva Folgendes: Nach Uebereinkunft mit meiner Garderobiére Marie Petermann übernimmt diese meine jetzige Lupa und verbringt sie zu ihrer Mutter, die ein Haus mit Garten bei Freising bewohnt, unter den nachgenannten Geldbestimmungen so lange mein liebes Thier lebt. Meinen andern Hund Silva wünsche ich, dass Amalie Zeller übernimmt; Hundesteuer und Kostgeld hiefür soll ihr aus meinem Nachlaß bestritten werden. Für beide Hunde bestimme ich 500 Mark und soll hievon für Lupa 342 Mark 86 Pfennige, für Silva 157 Mark 14 Pfennige jährlich bezahlt werden</em>.<span style="font-family: Liberation Serif, serif;">«</span></p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein Herzog namens Mapperl</title>
		<link>https://christian-sepp.de/ein-herzog-namens-mapperl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jun 2021 19:27:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Komponist]]></category>
		<category><![CDATA[Mapperl]]></category>
		<category><![CDATA[Max Emanuel in Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Wittelsbach]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. Juni 1893 starb – völlig überraschend – Herzog Max Emanuel in Bayern im Alter von nur 43 Jahren. Der jüngste Bruder von Kaiserin Elisabeth („Sisi“) von Österreich ist<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><em><strong>Am 12. Juni 1893 starb – völlig überraschend – Herzog Max Emanuel in Bayern im Alter von nur 43 Jahren. Der jüngste Bruder von Kaiserin Elisabeth („Sisi“) von Österreich ist bis heute der wohl unbekannteste der berühmten herzoglichen Kinderschar.</strong></em></p>



<p>Herzog Maximilian Emanuel in Bayern kommt am 7. Dezember 1849 im Herzog-Max-Palais in München zur Welt. Seine Eltern sind Herzogin Ludovika und Herzog Max in Bayern, Mitglieder der in Bayern regierenden Familie Wittelsbach. Als die Zeugen, die jede Geburt im Herrscherhaus dokumentieren, im Palais auftauchen ist noch nicht einmal die Nabelschnur des Neugeborenen durchtrennt.</p>



<p>Der junge Herzog wächst zusammen mit zwei Brüdern und fünf Schwestern auf. Am nächsten steht ihm die nur zweieinhalb Jahre ältere Sophie Charlotte, beide werden in der Familie zusammen als „die Kleinen“ bezeichnet. Wie fast alle Kinder der Familie erhält auch der Jüngste einen Spitznamen, der ihm sein Leben lang bleiben wird: „Mapperl“ wird der Junge innerhalb der Familie genannt. Mutter Ludovika schreibt den Kosenamen in ihren Briefen übrigens mit nur einem „p“, also „Maperl“. Die Herzogin ist kreativ wenn es um die Spitznamen ihrer Kinder geht, so gibt es darüber hinaus Gackel, Spatz – und eben Sisi.</p>



<p>Als Kaiser Franz Joseph von Österreich 1854 Mapperls ältere Schwester Sisi heiratet, ist der kleine Herzog gerade einmal vier Jahre alt. Auf dem berühmten Gemälde von Joseph Stieler, das König Ludwig I. von Bayern seiner Nicht zur Hochzeit schenkt und das die Geschwister zusammen auf der Terrasse von Schloss Possenhofen zeigt, ist auch Mapperl zu sehen. Stieler hat die Kinder im Vorfeld seiner Arbeit gefragt, wie sie abgebildet werden wollen. Während Marie und Mathilde sich für ihre Lieblingsvögel entscheiden, lassen sich „die Kleinen“ mit ihren Spielsachen malen – Sophie Charlotte mit einer Puppe, Mapperl mit einer Trommel.</p>



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<figcaption><em>Herzog Max Emanuel in Bayern, porträtiert im Studio von Franz Hanfstaengl </em>(Sammlung Christian Sepp)</figcaption>
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<p>Mapperl tritt früh ins Militär ein und muss bereits als 16-jähriger in den Krieg ziehen. Im Deutschen Krieg von 1866 kämpft er in der Schlacht von Kissingen und schwebte dabei &#8211; wie seine Mutter Ludovika schreibt – sogar in der „höchsten Lebensgefahr“. Und auch im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 befindet sich der junge Herzog mitten im Kriegsgeschehen. Die Familie macht sich große Sorgen um ihn. So schreibt seine Schwester Marie an Herzogin Ludovika aus Meran am 6. Dezember 1870: &#8222;Morgen ist Mapperls Geburtstag; wir werden eine Messe für ihn lesen lassen. Der Krieg scheint sich immer mehr in die Länge zu ziehen. Weiss Gott, wann wir die Buben wieder sehen werden.“ Mapperl wird noch lange von zu Hause weg bleiben, erst im Juli 1871 kehrt er zurück nach München.</p>



<p>Bei der Hochzeit seiner Schwester Sophie Charlotte lernt er eine Cousine des Bräutigams kennen – und verliebt sich. Amalie von Sachsen-Coburg und Gotha ist der Name seiner Angebeteten. Obwohl die Gefühle wechselseitig sind, gibt es ein großes Problem, denn die Prinzessin ist schon anderweitig versprochen. In einer solchen Situation ist es sehr hilfreich, wenn man eine Kaiserin in der Familie hat: Sisi nimmt sich der Sache an und bringt den potentiellen Bewerber anderweitig unter die Haube, indem sie ihre eigene Tochter ins Spiel bringt. Amalie wird so frei für Mapperl und im Sommer 1875 können die beiden schließlich in Wien heiraten.</p>



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<figcaption><em>Mapperl und seine Ehefrau Amalie </em><br />(Sammlung Jean Louis München)</figcaption>
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<p>Eigene Monate nach der Hochzeit erhält das junge Paar einen eigenen Wohnsitz: Herzogin Ludovika in Bayern überschreibt ihrem Jüngsten das idyllische, damals noch außerhalb von München gelegene Schloss Biederstein, das sie von ihrer Mutter geerbt hatt Hier richtet sich die Familie ein, zwei der drei Söhne kommen auf dem Schloss zur Welt. Der Herzog muss wohl eine attraktive Erscheinung gewesen sein, denn eine Hofdame seiner Schwester Sisi bezeichnete ihn in ihrem Tagebuch als „bildschön“, ergänzt hingegen böse: „aber nicht gescheidt“.</p>



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<figcaption><em>Herzog Max Emanuel und sein ältester Sohn, Herzog Siegfried</em><br /><em>ca. 1878</em> (Hauptstaatsarchiv Stuttgart, GU 99)</figcaption>
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<p>Ob Mapperl „gescheidt“ war oder nicht können wir nicht beurteilen. Was wir allerdings wissen ist, dass der Herzog eine kreative Ader hatte: er komponierte. Sein Œuvre umfasst insgesamt acht Werke – zwei kleine Klavierstücke und sechs Lieder für „eine mittlere Stimme mit Pianofortebegleitung“. Für meine historische Sammlung konnte ich letztes Jahr die Partitur eines seiner Werke erwerben, sein „Opus 2“, das drei Lieder umfasst. Was diese Partitur besonders macht ist eine handschriftliche Widmung für seine Schwester Sophie Charlotte. „Für unsere liebe Sophie, Biederstein 27. Mai 1881“ steht dort zu lesen. Diese Widmung wundert nicht, war doch Sophie Charlotte ebenfalls musikalisch veranlagt und verfügte über die passende Stimme, um die Lieder ihres Bruders auch singen zu können.</p>



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<figcaption><em>Drei Lieder für eine mittlere Stimme mit Pianofortebegleitung componirt von Max Emanuel Herzog in Bayern </em><br />(Sammlung Christian Sepp)</figcaption>
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<p>Im Juni 1893 halten sich Mapperl und seine Frau Amalie im Hotel Strauch (heute Hotel Kaiserin Elisabeth) in Feldafing am Starnberger See auf, als plötzlich bei dem Herzog eine Darmblutung auftritt. Innerhalb von kurzer Zeit verschlechtert sich sein Zustand gravierend, die engste Familie wird alarmiert und nach Feldafing gerufen, wo Herzog Max Emanuel am 12. Juni 1893 in den frühen Morgenstunden verstirbt. Die Sektion ergibt, dass er Herzog an einem Magengeschwür litt, das auf einer Arterie aufsaß – Mapperl ist innerhalb weniger Stunden innerlich verblutet. Der Verlust trifft die gesamte Familie schwer. Mapperls Witwe Amalie ist so erschüttert und angegriffen, dass sie binnen Jahresfrist ihrem Mann in den Tod folgt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://christian-sepp.de/ein-herzog-namens-mapperl/">Ein Herzog namens Mapperl</a> erschien zuerst auf <a href="https://christian-sepp.de">Christian Sepp</a>.</p>
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		<title>Der Tod einer Hofdame</title>
		<link>https://christian-sepp.de/der-tod-einer-hofdame/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 23:28:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Amelie in Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Theodor in Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth von Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Heilanstalt Kennenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Levi]]></category>
		<category><![CDATA[Hubert von Grashey]]></category>
		<category><![CDATA[Kaiserin Sisi]]></category>
		<category><![CDATA[Paula von Branca]]></category>
		<category><![CDATA[Wittelsbacher]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als ich zum ersten Mal den Namen Paula von Branca las war ich gerade dabei, für meine <a href="https://christian-sepp.de/publikationen/sophie-charlotte/">Biographie über Herzogin Sophie Charlotte in Bayern</a> zu recherchieren – und ich dachte mir: „Du meine Güte, fast dasselbe, was ihr zugestoßen ist, passiert noch einmal.“</p>



<p>Dass die Nachwelt überhaupt etwas über das Schicksal von Paula von Branca weiß, liegt in erster Linie an einer jungen Dame, die in ihrer Jugend sehr fleißig Tagebuch geführt hat: Herzogin Amelie in Bayern. Amelie war die älteste Tochter von Herzog Carl Theodor in Bayern, einem renommierten Augenarzt. Paula von Branca war mehrere Jahre lang in seinem Haushalt angestellt, als Hofdame von Herzogin Amelie. Bei ihrer Ernennung im Jahre 1884 hatte offensichtlich niemand geringer als Kaiserin Elisabeth („Sisi“) von Österreich, eine Tante Amelies, die Hände im Spiel. Ihre jüngste Tochter Marie Valérie war eng mit Amelie befreundet und notierte am 3. Oktober 1884 in ihr Tagebuch, dass man bei einem Aufenthalt in Ungarn eine „Danksagungs-Wallfahrt“ zu Fuß nach Besnyö unternommen habe, da es der Kaiserin gelungen sei, ihren Bruder Carl Theodor zur Ernennung von Paula von Branca zur Hofdame zu bewegen.</p>



<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" class="wp-image-808" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-683x1024.jpg" alt="" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-683x1024.jpg 683w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-200x300.jpg 200w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-768x1152.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-1024x1536.jpg 1024w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-1365x2048.jpg 1365w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-97x146.jpg 97w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-33x50.jpg 33w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie-50x75.jpg 50w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2021/02/Paula-und-Amelie.jpg 1522w" sizes="auto, (max-width:767px) 480px, 683px" />
<figcaption><em>Paula von Branca im Jahre 1884, aufgenommen auf Schloss Gödöllö, Ungarn. </em><br /><em>Vor ihr sitzend: Herzogin Amelie in Bayern</em> (Sammlung Christian Sepp)</figcaption>
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</div>



<p>Paula von Branca stammte aus einer bayerischen Adelsfamilie. Wir wissen, dass sie eine begabte, ehrgeizige und fleißige Schülerin gewesen ist, die eine besondere Begabung beim Erlernen von Fremdsprachen zeigte. Unter anderem lernte sie Altgriechisch und überraschte ihre Lehrer damit, dass sie Homer im Original lesen konnte. Schon in jungen Jahren trat sie als Erzieherin in die Dienste der herzoglichen Familie. Die ihr anvertraute Herzogin Amelie war nur um sechs Jahre jünger als ihre spätere Hofdame.</p>



<h3 class="has-text-align-center wp-block-heading"><em>Münchner Künstlerkreise</em></h3>



<p>Länger als üblich blieb Herzogin Amelie unverheiratet, widmete sich vor allem der Musik und lebte &#8211; zusammen mit ihrer Hofdame &#8211; in München. Hier knüpfen die beiden jungen Damen freundschaftliche Bande zur dortigen Künstlerwelt, darunter auch zum Malerfürsten Franz von Lenbach. In diesem Umfeld lernte Paula von Branca den 20 Jahre älteren Hermann Levi kennen, seines Zeichens Hofkapellmeister und Dirigent bei der Uraufführung von Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“ in Bayreuth. Amelies Tagebuchaufzeichnungen zufolge verliebten Paula von Branca und Hermann Levi sich ineinander und wurden vielleicht sogar heimlich ein Paar. Jedenfalls erzählte Paula von Branca relativ offen und unverblümt im näheren Umfeld von ihrer großen Liebe zum jüdischen Kapellmeister.</p>



<h3 class="has-text-align-center wp-block-heading"><em>Eine ominöse Krankheit</em></h3>



<p>Anfang September 1888, Paula ist damals 29 Jahre alt, erkrankt die Hofdame plötzlich. Es fängt damit an, dass Amelie sie nachts stöhnen und singen hört. Amelies Vater, Herzog Karl Theodor in Bayern, lässt Paula von Branca in ein separates Zimmer verlegen und von einer Krankenschwester betreuen. Man stellt fest, dass Paula von Branca an Anämie leidet. Obwohl es ihr verboten ist, besucht Amelie ihre Hofdame heimlich. Erschreckt muss sie feststellen, dass Paula sich an viele Dinge nicht mehr erinnern kann und sogar zeitweise ihre Dienstherrin gar nicht mehr erkennt. Einmal überrascht Paula Amelie mit der Frage, ob sie „ihr Baby nie gesehen habe“ und ob sie es denn besuchen werde? Amelie vertraut dies ihrem Tagebuch an. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Paula möglicherweise schwanger gewesen war und das Kind hatte abtreiben lassen. Amelie legt allerdings für ihre Hofdame die Hand ins Feuer, dass deren Beziehung zu Levi gewisse Grenzen nie überschritten habe.</p>



<h3 class="has-text-align-center wp-block-heading"><em>Heilanstalt Kennenburg</em></h3>



<p>Als die ominöse Krankheit anhält tritt eine Person auf den Plan, die den Ereignissen eine unheilvolle Wendung gibt: der Psychiater Hubert von Grashey. Grashey hatte in der Familie Wittelsbach bereits eine wichtige Rolle gespielt. So war er einer der Verfasser des Gutachtens, mit dessen Hilfe König Ludwig II. von Bayern entmündigt worden war. Außerdem hatte Grashey dabei mitgewirkt, Amelies Tante Sophie Charlotte, die sich von ihrem Ehemann hatte scheiden lassen wolen um einen bürgerlichen Arzt zu heiraten, in ein Sanatorium zwangseinweisen zu lassen. Grashey und Herzog Carl Theodor eröffnen der völlig entsetzten Amelie, dass ihre Hofdame so sehr erkrankt sei, dass es notwendig sei, sie in eine &#8222;Irrenanstalt&#8220; zu verlegen. Man habe Sorge, dass Paula in einem Anfall Amelie etwas antun könne. Die Wahl fällt auf die Privatheilanstalt Kennenburg in der Nähe von Esslingen. Wieso man die Hofdame so weit von ihrer Heimat entfernt unterbringt, ist rätselhaft. Allerdings fällt auch hier eine gewisse Parallele zu Sophie Charlotte auf, die man ebenfalls weit entfernt von ihrer Familie, in Graz, interniert hatte. Als Paula von Branca am 23. September 1888 abgeholt wird, geht sie davon aus, dass man eine Spazierfahrt unternehmen würde. Es ist ein Abschied für immer, Amelie wird ihre Hofdame nie wieder sehen.</p>



<p>Die Krankenakte, die man in Kennenburg über Paula von Branca anlegt, ist erhalten geblieben. Sie ruht heute mit vielen anderen Krankenakten aus der Heilanstalt im Staatsarchiv Ludwigsburg – und harrt noch auf eine vollständige Auswertung.</p>



<div class="wp-block-image">
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<figcaption><em>Ausschnitt aus der Krankenakte von Paula von Branca</em></figcaption>
</figure>
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<p>Paula verbringt in Kennenburg mehrere Monate. Ihr Zustand scheint sich im Laufe der Zeit leicht zu bessern. Zu Weihnachten 1888 lässt Amelie ihr sogar einen Weihnachtsbaum schicken. Als Paula von Branca allerdings erfährt, dass sie infolge ihrer Erkrankung zwangspensioniert wurde und nie mehr als Hofdame wird arbeiten können, gerät dies zu einem herben Rückschlag.</p>



<p>Anfang Februar 1889 befindet sich Paula von Branca mittlerweile über vier Monate in der Heilanstalt Kennenburg. Es ist der 4. Februar 1889. Am Vormittag unterhält sich Paula von Branca noch mit dem diensthabenden Arzt über die Tragödie von Mayerling, die sich vor ein paar Tagen abgespielt hat. Am Abend werden die Ärzte plötzlich zu der Patientin gerufen. Unerwartet sind Krampfanfälle aufgetreten. Trotz aller Bemühungen der Ärzte, ihre Atmung wieder in Gang zu bringen, erstickt Paula von Branca am Nachmittag des 4. Februar 1889 im Alter von nur 29 Jahren. In der Krankenakte ist unter diesem Datum als Arzneigabe vermerkt: &#8222;1 Brausepulver&#8220;.</p>



<p>Wie im 19. Jahrhundert oft üblich, erhält Hermann Levi nach dem Tod von Paula von Branca die Briefe, die er an sie geschrieben hat, zurück. Da es Amelie untersagt wird, Levi alleine zu treffen, überwacht ihr Vater Carl Theodor die Rückgabe. Am Abend dieses Tages vermerkt Amelie in ihr Tagebuch: „das letzte Kapitel des traurigsten Romans, den ich miterlebt habe“.</p>
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		<title>Paris, 4. Mai 1897</title>
		<link>https://christian-sepp.de/paris-4-mai-1897/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Sepp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 12:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Charlotte in Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Charlotte von Alencon]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://christian-sepp.de/paris-4-mai-1897/">Paris, 4. Mai 1897</a> erschien zuerst auf <a href="https://christian-sepp.de">Christian Sepp</a>.</p>
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<p>Im Frühling des Jahres 2005 kommt im Auktionshaus Hermann Historica in München ein edles Reiseschreibzeug aus dem 19. Jahrhundert unter den Hammer. Das Kästchen, das man in zwei Hälften ausklappen kann, ist aus Mahagoni gefertigt und überzogen mit schwarzem, geprägtem Leder. Die vergoldeten Beschläge sind aus Messing. Im Inneren befinden sich zahlreiche persönliche Dinge – ein Kalender, Briefe, Notizen, Visitenkarten, Arztrezepte und Rechnungen. Darunter ist auch eine handgeschriebene Einladungskarte zu einem Wohltätigkeitsbasar in Paris, dem »Bazar de la Charité«, der einmal im Jahr für mehrere Tage stattfand.</p>



<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="756" height="1024" class="wp-image-736" src="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-756x1024.jpg" alt="Christian Sepp | Blog | Sophie Charlotte Todestag | Sophie Charlotte" srcset="https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-756x1024.jpg 756w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-222x300.jpg 222w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-768x1040.jpg 768w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-108x146.jpg 108w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-37x50.jpg 37w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01-55x75.jpg 55w, https://christian-sepp.de/wp-content/uploads/2020/05/csp_news_sc_01.jpg 886w" sizes="auto, (max-width:767px) 480px, 756px" />
<figcaption>Christian Sepp | Blog | Sophie Charlotte Todestag | Sophie Charlotte</figcaption>
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<p>Die Dame, der dieses wertvolle Reiseschreibzeug gehörte, war Herzogin Sophie Charlotte von Alençon, eine Angehörige des bayerischen Herrscherhauses, die einen Nachkommen des letzten französischen Königs geheiratet hatte und vor kurzem 50 Jahre alt geworden war. Die Herzogin war karitativ sehr engagiert; einige Jahre zuvor war sie dem Dritten Orden der Dominikaner beigetreten. Als Angehörige des Dritten Ordens war für Sophie Charlotte der »Bazar de la Charité« eine Pflichtveranstaltung, denn hier verkauften Damen der High Society Bilder, Kunstgegenstände und anderes für einen guten Zweck.</p>



<p>Im Jahr 1897 hatten sich die Organisatoren des Bazar nach einem neuen Platz umschauen müssen, da der alten Standort der kommenden Weltausstellung zum Opfer gefallen war. Als man schließlich ein leerstehendes Grundstück in einer Straße nahe der Seine gefunden hatte, wurde dort in aller Eile ein Gebäude aus Holz zusammengezimmert. Das Innere dekorierte man mit alten Theaterkulissen, die eine Verkaufsstraße aus dem 15. Jahrhundert darstellen sollten. Als besondere Attraktion schwebte eine kleine, mit Wasserstoff gefüllte Montgolfière im Raum. Außerdem lockte der Bazar mit einer neuen Erfindung: ein Kinematograf der Gebrüder Lumière, der sich in einem Nebenraum befand, brachte die Bilder zum Laufen. Dass der Brandschutz in dem improvisierten Gebäude nicht optimal geregelt war, wusste man. Nicht umsonst hatte der Organisator ein striktes Rauchverbot erlassen.</p>



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<figcaption>Christian Sepp | Blog | Sophie Charlotte Todestag | Bazar de la Charité</figcaption>
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<p>Es ist der zweite Tag des Bazars, der 4. Mai 1897. Herzogin Sophie Charlotte von Alençon ist zu einer kurzen Mittagspause in ihre nah gelegene Wohnung zurückgekehrt. Wahrscheinlich hat sie etwas zu Mittag gegessen und nochmal ihren Hund Ponto gestreichelt. Eigentlich waren die Herzogin und ihr Hund unzertrennlich. Überall, wo Sophie Charlotte war, tauchte auch Ponto auf. Aber der dicht gefüllte Bazar war kein Platz für einen Hund.</p>



<p>Der Bazar war an diesem Nachmittag mehr als gut besucht. Man schätzt, dass 1.500 Menschen sich dort aufgehalten haben. Darunter befindet sich auch die Französin Mathilde d‘Andlau, die für den Bazar zwei Bilder zum Verkauf gespendet hat. Sophie Charlotte möchte die junge Dame gerne kennenlernen. Vielleicht hat auch sie eine Einladungskarte von der Herzogin erhalten. Mathilde d‘Andlau wird kurze Zeit später der letzte Mensch sein, der die Herzogin noch lebend sieht.</p>



<p>Es ist eine Verkettung höchst unglücklicher Umstände, die sich zu dem Drama entwickeln, das sich am Nachmittag des 4. Mai 1897 in der Rue Jean Goujon abspielt: Um die Lampe des Kinematografen zu betreiben, ist Äther notwendig. Beim Nachfüllen ist der Gehilfe des Filmvorführers unvorsichtig und verschüttet Teile des Substanz, die sich beim Kontakt mit der noch heißen Lampe sofort entzündet. Eine Stichflamme steigt empor und innerhalb von kürzester Zeit verwandelte sich das ganze, aus Holz und Leinwand bestehende Gebäude in ein Flammeninferno. Besonders lichterloh brennt der Stoffhimmel des Bazars, für den man ein mit Bitumen imprägniertes Segeltuch verwendet hat.</p>



<p>Wie viele Menschen genau in den Flammen des Bazar de la Charité ums Leben kommen, ist ungewiss. Die Angaben schwanken zwischen 126 und 140 Personen. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Frauen und Kinder. Es wird nachher heftige Kritik am Verhalten vieler Männer geäußert werden, die wohl beim Versuch, sich selbst zu retten, ziemlich grob vorgegangen sind.</p>



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<figcaption>Christian Sepp | Blog | Sophie Charlotte Todestag | Reste des Bazar de la Charité</figcaption>
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<p>Herzogin Sophie Charlotte von Alençon gehört zu den Personen, die vermisst werden. Als man ihre silberne Taschenuhr und ihren Ehering findet schwindet die Hoffnung, sie noch lebend zu finden. Es ist schließlich ihr Zahnarzt der bestätigt, dass die 50-jährige Herzogin sich unter den Opfern der Tragödie befindet.</p>



<p>Das Reiseschreibzeug der Herzogin, das über 100 Jahre später in München versteigert werden wird, stammt aus dem Nachlass ihres Enkelsohnes, Prinz Joseph Clemens von Bayern. Auf einem beiliegenden Zettel hat er vermerkt: &#8222;…von meiner Großmutter Herzogin Sophie Charlotte an ihrem Todestag in ihrem Büro zurückgelassen.“</p>



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<figcaption>Christian Sepp | Sophie Charlotte Todestag | Reiseschreibzeug | Copyright Hermann Historica</figcaption>
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